Von Sperrmuell zu Sperrgepaeck

“Wieviel Gepaeckstücke möchten Sie aufgeben?” Nun wird diese seit Monaten in unseren Köpfen schwirrende Frage Wirklichkeit. Gerade noch hatten wir es geschafft La Silla in seinem neuen roten Gewand aus der Heidelberger Polsterei abzuholen, ihm einen fahrbaren Untersatz zu basteln, sein Gewicht und unser Gepäck auf das Unverzichtbare zu beschränken. Mit einem Lächeln deuten wir auf den Berg von mehreren Rucksäcken, Gitarren und La Silla. Entgegen aller Bedenken nimmt die Frau am Schalter die großen Gepäckstücke entgegen – nicht ohne sich ein Schmunzeln zu verkneifen.

 

Nun kann´s tatsächlich losgehen. Für die nächsten 20 Stunden reisen wir getrennt, quälen uns durch Passkontrollen und versuchen in London und Miami einen Blick auf La Silla zu erhaschen bis wir ihn in Panama City einsam und heruntergekommen neben dem Gepäckband auflesen.
Der Flug kostete ihn ein Bein, mehrere Rippen scheinen angeknackst, die Wirbelsäule weist eine starke Fraktur auf und auch ziehen müssen wir ihn vorerst mit einer Ersatzkonstruktion aus Seilen.

 

Wir sind müde, Panama City begrüßt uns mit Dunkelheit und tropischer Wärme, wir kommen hier nicht weg und wissen auch gar nicht wohin. Alle Fragen und Anstrengungen des Tages verlieren sich in den verschwimmenden Konturen des Flughafens, dessen Vorplatz uns für diese Nacht aufnimmt.

 

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