Vom Anfang ohne Ende

Plötzlich blicke ich in meiner neuen Heimat ins wärmende Kaminfeuer, alles ist ein bisschen fremd in diesem neuen Haus, Stefan habe ich bereits unversehrt und zugewachsen seiner WG zurückgegeben, nur La Silla steht nach wie vor an meiner Seite. Schmunzelnd betrachte ich ihn und rekonstruiere Momente und Begegnungen unserer Reise. Zahlreiche Busdächer und Kofferräume, facettenreiche Länder und Orte und die vielen Menschen, die nun schon im Schoße La Sillas Platz genommen haben. Wir haben die Länder so zügig durchquert, dass wir sogar noch die Zeit fanden uns in die Schönheit Mexikos zu verlieben und weder verdächtigte man uns an den Grenzen des Drogenschmuggels, noch gerieten wir sonst in irgendeine brenzlige Situation. Zugegeben, auf der letzten Taxifahrt zum Flughafen bereitete mir der torkelnde Fahrer, dem es sichtlich schwerfiel sich verbal zu artikulieren etwas Herzklopfen, vor allem nachdem er sein Nummernschild hinter einem Tuch versteckte, um den Augen der Polizeigewalt zu entgehen. Doch selbst dieser fuhr seltsamerweise weder gegen einen Brückenpfeiler, noch raubte er uns aus.

 

Unsere letzte Woche bestand aus unendlich vielen Busfahrten, die uns von der Pazifikküste Mexikos über die mystisch in dichten Wäldern eingebetteten Ruinen der alten Maya-Hauptstadt Tikal in Guatemala über Belize bis nach Cancún führten. Roten Sesseln war das Besteigen der Pyramiden leider untersagt und an den meisten anderen Orten verließen wir den Bus einzig um in einen anderen einzusteigen, so dass das Projekt in der Zeit ein wenig zu kurz kam. Auch unser letzter Versuch, am Yachthafen Cancúns einen der “Schönen und Reichen” zu portraitieren scheiterte daran, dass Geld scheinbar tatsächlich Zeit frisst.

 

Mit dem Wissen, dass wir nun alle drei in Freiburg wohnen und uns daran machen können die Portraits zu bearbeiten, Ausstellungen zu organisieren und Sponsoren zu suchen verschwimmen die fragmentarischen Erinnerungen in den Flammen und ich kann endlich schlafen!

 

Ein Dankeschön an alle für das Interesse an unserem Projekt. Es hat uns gefreut, dass so viele unsere Berichte gelesen und uns geschrieben haben. Es wäre schön, wenn ihr dabei bleibt und wir uns vielleicht einmal auf einer Ausstellung sehen.

 

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