SIENTATE Spurensuche in Laos (1)

– Gastbeitrag von Ronald Tepfenhart

 

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SientateSpurenAuf meinen Reisen bereute ich immer wieder keine Polaroidkamera dabei gehabt zu haben, wollte ich den Menschen doch gerne ihr eigenes Foto schenken, mich bedanken für ihre Freundlichkeit und Offenheit, die sie dem Projekt und mir persönlich entgegenbrachten. Auch besitzen die wenigsten einen Internetzugang, geschweige denn eine Emailadresse – wie ihnen also ihr Bild zukommen lassen? Ganz einfach: mit euch! Wen es zufällig nach Indochina oder Mittelamerika verschlägt und wer gerne auch mal auf SIENTATE Spurensuche gehen will: einfach melden, es würde mich riesig freuen! 

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Ein Jahr nachdem Stefan samt Fahrrad, Freundin und Fauteuil – pardon… ähh Silla – in Laos unterwegs war, ergab es sich, dass ich zusammen mit 2 Freunden auf einem vierwöchigen Trip durch Laos war, um einige der noch relativ neuen laotischen Kletterspots abzuklappern und ein bisschen Sight-Seeing zu machen. Aus diesem Grund bekam ich von Stefan vorab einige Bilder mit ins Handgepäck, damit ich diese den porträtierten Laoten übergeben kann.

 

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Ausgangspunkt der Suche nach den Leuten war dann das Maylyns Guesthouse in Vang Vieng, wo wir untergebracht waren. Joe, der irische Besitzer des Guesthouse war gerade mit der Unterstützung eines Einheimischen dabei, einen kleinen “Damm” zu fertigen, der in der Regenzeit das Wasser von der Rezeption des Maylyns fernhalten sollte. Da Vang Vieng nicht groß ist und Joe schon lange dort lebt, fragte ich ihn – und auch den laotischen Helfer – ob sie den Reisbauern auf dem Bild kennen.
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Der Einheimische schaute sich das Bild kurz an und antwortete mir sofort etwas auf Laotisch, das ich natürlich nicht verstand, während er gleichzeitig auf sich zeigte. Niemals wäre ich auf die Idee gekommen, dass der mit Jeans und T-Shirt eher westlich gekleidete Laote, der vor mir stand, der Reisbauer auf dem Bild sein könnte. Aber ein kurzer prüfender Blick auf das Bild bestätigte dies sofort. Das erste Teil des Auftrags war also nach ca. 3 Sekunden abgehakt.

 

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Um das Ehepaar zu finden, mussten wir dann schon ein bisschen mehr Arbeit investieren: Ein längerer Fußmarsch war nötig, während dessen wir immer wieder Leuten das Bild zeigten, und um Hilfe bei der Suche baten. Und ohne die Hilfe einiger Leute, die sich bereit erklärten, uns zu der Hütte zu führen, hätten wir wohl auch keinen von beiden gefunden. In dem Moment, als wir an der Hütte der beiden ankamen, saß der Mann gerade draussen und war dabei einen Korb zu flechten.

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Seine Frau war wohl gerade nicht zu Hause. Mein Laotisch war leider nicht gut genug, das im Detail mit ihm zu besprechen;) Während der unglaublich große Zufall beim Zusammentreffen mit dem Reisbauern / Bauarbeiter mich für einen kurzen Moment ziemlich sprachlos machte, war es bei dieser Begegnung der am Boden sitzende und Körbe-flechtende Herr, der erst mal ein bisschen verdutzt wirkte. Er freute sich jedoch mindestens so sehr wie der Reisbauer und bedankte sich fröhlich, aber gleichzeitig beinahe ein bisschen schüchtern für das Bild. Ich versuchte noch, seiner Frau Grüße ausrichten zu lassen, kann allerdings nicht sagen, ob diese auch tatsächlich angekommen sind.

 

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Um die Stoffverkäuferin zu finden musste dann schliesslich der weiteste Weg zurückgelegt werden. Sie hat ihren Laden in unmittelbarer Nachbarschaft zu etlichen anderen Läden, die genau die selben Stoffe im Angebot haben. Daher musste ich mich auch hier ein bisschen durchfragen, bis ich sie gefunden hatte. Ich glaube, dass sie dachte, dass ich Stefan sei. Auch ihr Bruder, der dabeistand, wollte mich immer irgendwas fragen, das mit Kameras oder Fotografie zu tun hat.
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Sie konnten sich offensichtlich nicht mehr genau daran erinnern, wie Stefan aussieht, weil sein Bresuch einfach schon zu lange zurücklag. Ausserdem sehen ja für viel Asiaten sowieso alle europäischen Männer aus wie David Beckham 😉
Trotz  Sprachbarriere hatte ich den Eindruck, dass sich alle Leute, denen ich in Vang Vieng ihr Bild übergeben habe, sich sehr darüber gefreut haben. Meistens wurde es gleich den Nachbarn oder anderen Umstehenden stolz präsentiert. Auch ich selbst habe von meinem “Auftrag” dahingehend profitiert, dass ich im Gegensatz zu manchem Touristen, der eher die im Reiseführer vorgeschlagenen Ziele abhaken, Laos unter einem anderen Aspekt kennenlernen konnte. So war ich teilweise abseits der üblichen Touristenrouten unterwegs und auch sogar einmal bei Leuten zu Hause. Darüber hinaus fand ich es schön, dass ich den Leuten mit so etwas einfachem wie einem Bild eine so große Freude machen konnte.
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Danke Ron für diesen tollen Artikel, einfach wunderschön die Menschen wieder zu sehen, und das mit ihrem eigenen Bild! 

 

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